Donnerstag, 29. April 2010

So war das

Neulich in der Disco.

Wir waren  schon ordentlich angeheitert. Die ersten Flaschen hatten wir bei mir zu Hause geleert, denn der Weg zur anvisierten Disco (heißt das noch so?) war von mir aus am kürzesten. Dass wir selbst noch unterwegs eine Flasche Eierlikör leerten, erwähne ich lieber mal nicht, das klingt einfach zu schlecht. 

Ich war schon lange nicht mehr dort gewesen und doch traf ich einige bekannte Gesichter. Getanzt wurde natürlich auch, aber so ganz das Wahre war es doch nicht. Meine Zeit, mich nachts in irgendwelchen schummrigen Schuppen durchzuschlagen, war längst vorbei. 

Plötzlich stand so ein Typ vor mir. Ganz nett. Soweit ich das bei dem Dämmerlicht beurteilen konnte. Wir wurden einander vorgestellt, quatschten eine Weile und knutschten später miteinander. Einfach, weil es sich so ergab. Inzwischen war es spät geworden. Spät heißt, es wurde schon langsam hell draußen. Zeit also aufzubrechen. Dummerweise konnte ich mich nicht klammheimlich, wie es mein insgeheimer Plan gewesen war, davonschleichen, sondern hatte eben diesen jungen Mann im Schlepptau, der alkoholverklärt nicht mehr von meiner Seite weichen wollte. 

Draußen vor der Tür wollte ich mich schnell verabschieden. Ich war müde und wünschte mir nichts sehnlicher als mir die Decke über den Kopf zu ziehen und lange, lange auszuschlafen. Doch so einfach wurde ich den Typen gar nicht los. Er gab sich größte Mühe, mich mit zu sich nach Hause zu nehmen, wo wir dann (gähn) einen Film schauen sollten. Kam ja gar nicht in Frage. Mein Entschluss stand fest, doch ließ er sich einfach nicht abschütteln, so dass ich ihm schließlich meine Telefonnummer gab, in der Voraussicht, dass er das am nächsten Tag eh vergessen hätte, um ihn endlich abzuschütteln.

Das funktionierte. Aber nur zur Hälfte. Er zog verdrossen los und am nächsten Tag blieb mein Handy glücklicherweise stumm. Einen weiteren Tag später bekam ich die erste von etlichen sms zugesandt und prima: wusste ich nun wie er hieß. Ich antwortete nicht, denn inzwischen hatte ich erfahren, dass er allgemein gern flirtet und nix anbrennen lässt. Thema abgehakt und erledigt.

Nicht so für meine Freundin, die natürlich über diese Geschichte gut informiert war. Bei ihrem nächsten Discobesuch traf sie zufälligerweise auf ihn, dessen Namen ich hier natürlich nicht nennen will und sprach ihn direkt an: "Naaaaa, hast du fleißig sms geschrieben und nie ne Antwort bekommen?" - Revanchiert habe ich mich kurze Zeit später, in dem ich ihrem Nicht-Eventuell-Vielleicht-Könntejanochwaswerden-Freund eindrücklich empfahl, nicht einfach das Handtuch zu werfen, sondern sich statt dessen weiterhin um ihre Gunst zu bemühen. ;)

Kommentare:

  1. hier werden aber auch aaaaallleeee erfahrungen niedergeschrieben :o ;)

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