Freitag, 28. Januar 2011

Birnen und Äpfel

Nee nee, das wird kein moralistischer Post zu ausgewogener Ernährung. Da wäre ich vermutlich auch nicht die versierteste Ansprechpartnerin, wenn es um Bestandteile eines gesunden Frühstücks geht oder darum, ob Melonen an Sträuchern wachsen oder doch eher Hülsenfrüchte sind. Ganz im Gegenteil: ich esse ausschließlich, was mir schmeckt. Neues probiere ich erst gar nicht. Ich kann nicht sagen, dass Schweinefleisch heute weniger widerlich und abstoßend ist als noch vor zwanzig Jahren, als ich es mir das letzte Mal hinter gequält habe. Pilze riechen gut, aber essen würde ich sie niemals. Bäh, wenn ich nur an die schwabbelige Konsistenz denke, kommt mir gleich der halb verdaute Fisch hoch, der sich zäh seiner Zersetzung in seine Bestandteile widersetzt.

Aber Moment mal. Ich erinnere mich zurück. Schon winzig kleine Erdenbürger vergleichen. "Mein Papa  ist viel größer als deiner." - "Meine Mama kann viel bessere Geschichten erzählen als deine." - "Mein Bruder....ect." Verglichen also wird von kleinauf. Das dient der Meinungsbildung, hilft, ein kritisches Augenmaß für richtig oder falsch, gut oder böse, angenehm oder ekelhaft zu gewinnen und verliert reziprok zum Älterwerden an Wichtigkeit und Relevanz. Denn Tatsache ist, "Erwachsene" haben oft feste, starre Meinungen, weichen keinen Deut davon ab. Egal, ob diese Meinungen logisch begründbar sind oder nicht. Schlüssige Argumentation bewirkt oftmals das Gegenteil: felsenfest wird der eigene Standpunkt vertreten. Punkt.

Aber wow, verschenkt man sich da nicht so vieles? Erfahrungen? Überraschungen gar? Erfolgserlebnisse?
Nehmen wir doch beispielsweise die Partnersuche. In der Vergangenheit zeigte sich, dass bestimmte Kriterien, welche sich beim Vorgänger als besonders liebenswert erwiesen oder anders formuliert, auf die keinesfalls verzichtet werden kann, dringend vorhanden sein sollten. Erteilt also der Zukünftige beim Abfragen in Bewerbungsgesprächen Fehlanzeige, ist er raus. Wir schätzen, was wir bereits kennen, fühlen uns sicherer, wenn Erfahrungen sich in aktuellen Ereignissen wiederfinden. Das ist bequem, aber auch diskriminierend und irgendwie schade. Und ganz besonders schlimm wird es, wenn der Neue sämtliche guten Eigenschaften aufweisen soll, die seine Vorgänger in Summe zu bieten hatten. Mr. Perfect sozusagen. Niemand kann diesen Anspruch erfüllen. Man selbst vermutlich am allerwenigsten.

Ganz schön doof eigentlich. Und dabei habe ich noch nicht mal die Frage in den Raum gestellt, warum all die Vorgänger denn inzwischen Geschichte sind?!



Ein Schwein wird auch künftig nicht den Weg auf meinen Teller finden, doch wird es vielleicht langsam Zeit, die Speisekarte um einige Ingredienzien zu erweitern.

Kommentare:

  1. vielleicht doch mal einen "pilz" versuchen? ;-)

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  2. Nee, auf keinen Fall. Die sind glibberig und oll. Dann schraub ich lieber - das war wohl eher der Punkt, um den es hier geht - entweder meine Ansprüche ganz gewaltig runter. Oder: Ich habs einfach nicht nötig und bleib ewig der meuternde, nicht zufrieden zu stellende Single. ;)

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