Mittwoch, 28. Juli 2010

Technik, die begeistert

Erwähnte ich schon, dass ich stolze Besitzerin des iPhone 4 bin? Nee? - Dann wird's ja mal Zeit.  :D

Zugegeben, alles was nen Stecker oder Batterien benötigt, fasziniert mich mächtig. Auf Technik ist Verlass. Man kann sich endlos damit beschäftigen und immer wieder Neues herausfinden,  Fehler lassen sich meist leicht beheben, ohne vorher daumendicke Handbücher zu wälzen und wenn mal gar nix mehr geht, wirds eben ausgetauscht. 

Nun verfolge ich seit geraumer Zeit mit eher mäßigem Interesse den Kult um die Marke mit dem kleinen angebissenen Apfel, der spätestens seit dem iPad geradezu gigantische Ausmaße annimmt. Kein Print- oder Digitalmedium, welches nicht in irgendeiner meist sehr zuträglichen Form über Steve Jobs und seine qualitativ hochwertigen Produkte aus Cupertino berichtet. Naja, negative Presse wird auch scharf sanktioniert. Aber das sei mal nur am Rande erwähnt. 

Kurz vor Erscheinen des schicken schwarzen smartphones also war klar: ich muss das haben! Durch einen glücklichen Umstand - es wurden ja nur 9 Stück in den hiesigen Laden geliefert - konnte ich als eine der Ersten mein neues Lieblingsstück in den Händen halten. Einige widrige Umstände später funktionierte es dann auch und ich war wieder einmal hellauf begeistert. Tolles Design, gestochen scharfes Bild, kein unnützer Schnickschnack und telefonieren kann man damit sogar auch. :D Apropos Telefonieren; ab und zu ergibt sich mal die Gelegenheit zu einem längeren Gespräch. Und da ist es so, dass die Verbindung unterbrochen wird, fasst man an eine ganz bestimmte empfindliche Stelle im unteren Bereich. 

Natürlich hat auch darüber die Presse bereits berichtet. Logischerweise ist das ein gefundenes Fressen: Das übermächtige iPhone ist ja gar nicht perfekt!! Oje! Dass Geräte anderer Hersteller ähnliche Probleme aufweisen, spielt dabei keine Rolle, denn sie finden ja auch sonst kaum Erwähnung in den Medien.

Aber diese Fehlfunktionalität hat auch so seine Vorteile. Stellt beispielsweise der Gesprächspartner eine überraschende  Frage, für deren Beantwortung mehr als wenige Sekunden Nachdenkzeit benötigt werden oder nimmt ein Gespräch eine unangenehme Wendung, berührt man leicht den Metallrahmen im unteren Bereich und schon ist die Verbindung unterbrochen. Super praktisch sozusagen. ;)

Dienstag, 27. Juli 2010

Single-Party!!

Da hatte der Abend doch so herrlich begonnen!!! Knapp drei Stunden Musical, Tänze mit Weltklassecharakter ("Tanzschule für Schleierfische"), ausgefeilte Dialoge ("Was macht denn die hier?" - "Ich hab eine Wassermelone getragen!") und Gesang, welcher selbst mir einen wohligen Seufzer abrang.

Einzig die Tatsache, dass der Hauptakteur, welcher nicht wegen seiner prall gefüllten Hose heckwärts, sondern ausschließlich aufgrund seiner schauspielerischen Glanzleistung von mir vermisst wurde, seiner Zweitbesetzung den Vortritt in dieser Vorstellung ließ, schürte leise Wehmut unter weiblichen Zuschauern dieser Show.

Der Abend war noch jung, als wir uns nach einem dahin schmelzenden ♫I've had the time of my life♫ auf dem roten Teppich des großen Theaters wieder fanden. Nach Hause? Um diese Zeit? An einem Freitag Abend? Niemals. Also machten wir uns zu dritt auf den Weg zu einer Single-Party mitten in der Hauptstadt. Erwartungsfroh schlängelten wir uns durch die entgegen kommenden Gäste und bekamen am Eingang gerade noch so mit, wie eine Horde junger Männer (naja, oder solche, die es noch werden wollen) abgewiesen wurde, weil sie zu jung waren. Der Eintritt war ab 25 - und Mist!!!!! - niemand fragte uns nach dem Ausweis.

Welch Strapazen hatte ich schon auf mich genommen, um endlich den Mann meiner Träume zu finden! Sollte die Lösung so einfach sein? - Eintritt acht Euro. Und als nächstes gabs für jeden Teilnehmer eine Nummer, welche gut sichtbar am eigenen Körper platziert werden sollte. Wer Glück hatte (?) fand seine Nummer auf einen der großen Monitore wieder - es wartete Post auf denjenigen. Soweit - so gut. Auf einem Tisch nahe des Einlass' lagen tütenweise Gummis. Natürlich griffen wir beherzt zu, bis mir bewusst wurde, dass diese Dinger ja ein ablaufbares Haltbarkeitsdatum haben. Egal. Was soll's. Notfalls kann man sie ja an Bedürftige weitergeben. :D

Hinein ins Getümmel und Oh Graus!!! Mir schien, hier waren auch schon einige Haltbarkeitsdaten abgelaufen! Welke, müde Gestalten, bei denen auch Botox kombiniert mit den besten Vitaminpräparaten nichts mehr auszurichten vermochte, mühten ihre schlaffen Körper zu grottenschlechter Musik auf der Tanzfläche ab. Waren wir hier falsch? War das etwa eine geschlossene inhouse-Veranstaltung des hiesigen Seniorenheims?

Wir setzten uns in den angrenzenden Garten, welcher eine interessante Geräuschkulisse durch undefinierbaren Karaokegesang bot. Kaum Platz genommen, gesellte sich ein älterer Herr, der - ungelogen - mein Opa gewesen sein könnte zu uns und fragte umständlich nach meinem Beziehungsstatus. Ähm hallo? Was suche ich denn auf einer Singleparty, wenn ich schon vergeben wäre?!? Da wüsste ich dann nämlich tatsächlich besseres mit meiner (unserer) Zeit anzufangen, als mich nach einem von den Qualen erlösendem alkoholischen Getränk zu sehnen. Nach kurzem Geplänkel seinerseits gab ich ihm zur Kenntnis, dass Männer allgemein blöd sind, worauf hin er mich fragte, ob ich tanzen wolle. Gehts noch oder wie? Mit dem genervtesten Blick aller Zeiten, also dem Blick, den ich tausendmal geübt hatte, bedachte ich diesen Unverständigen nun und wandte mich demonstrativ ab. Aus den Augenwinkeln vernahm ich, dass er sich auf den Weg zu seiner Frau/Freundin machte, die diese Szene offenbar wohlmeinend verfolgt hatte. Zum Glück hatte ich nicht allzu viel getrunken, sonst hätte ich spätestens jetzt kotzen müssen.

Naja, der eine oder andere Junggebliebene war dann doch noch auszumachen, doch bereits um zwei Uhr - ich schaute ungläubig extra auf die Uhr - wurden bereits sämtliche Utensilien, die zu einem erfolgreichen Zusammenführen der Bindungswilligen führen sollten, zusammen gepackt. Na toll! Das jüngere Publikum ist doch nicht so schnell!! Die kommen doch erst später!!

Nun gab es keinen Grund mehr länger zu verweilen. Das wars für den Abend. Single-Partys - abgehakt.

Ups

Der letzte Eintrag ist ja nun doch schon einige Tage her. Dieser Umstand beruht weniger auf Untätigkeit - denn etliche Entwürfe warten noch auf die Endredaktion - sondern eher an der Tatsache, dass ich einfach keine Lust Zeit zum Drüberlesen und Vollenden der begonnenen, unfertigen Texte fand.

Nach mehrmaliger Aufforderung (nen lieben Gruß :D - ich muss doch glatt der neverending-story ein vorläufiges??? Ende bereiten ) gelobe ich Besserung. Denn zu erzählen habe ich doch eine ganze Menge.

Achja und einen der nachfolgenden Texte widme ich A. Viel Spaß und Freude beim Lesen. ;)

Mittwoch, 9. Juni 2010

London/2

Halbwegs frisch und munter machten wir uns am nächsten Morgen auf zum Frühstück. Der riesige Saal war laut und voll und völlig unübersichtlich. Doch im Nebenraum fanden wir einen Platz und waren gespannt, was das Büffet hergeben würde.

Ein herzhaftes, fettiges Mahl mit dicken sausages, weißen Bohnen, Rühr- und Spiegeleiern, mushrooms kam für mich keinesfalls in Frage. Aber mit einem halbwegs frischen Brötchen konnte ich mich durchaus zufrieden geben. Der Kaffee am Morgen war eine Klasse für sich. Denn würde ich behaupten, er wäre einfach nur stark, wäre das die Untertreibung des Jahres! Zumindest jagte er die Restmüdigkeit ganz geschwind davon und wir waren gerüstet für einen abenteuerlichen Tag in der fremden Stadt.

Bus und U-Bahn führten uns kreuz und quer durch die Stadt. Trafalgar Square, Big Ben, London Eye. Von dem gigantischen Riesenrad aus führte ein breiter Boulevard entlang der Themse uns in Richtung Waterloo. Flankiert wurde dieser Fussweg von unzähligen bunten, schrillen, teils skurrilen Straßenkünstlern. Ein herrliches Spektakel.

Mit brennenden Waden und völlig überhitzt, denn die Sonne lachte den ganzen Tag und bescherte uns allerschönstes Strandwetter, fuhren wir mit der U-Bahn weiter in Richtung Oxford-Street. Ohne den Mund zu voll zu nehmen kann ich behaupten, dass diese die größte, vielfältigste, überfüllteste Shoppingmeile schlechthin war, die ich bisher je gesehen hatte. Die Ansammlung verschiedenster Menschen, die unzähligen Geschäfte, das gesamte Ausmaß, war einfach überwältigend. Reizüberflutung total.

Eine kleine Pause war dringend nötig. Und das Ziel sofort klar, als ich das Apfel-Zeichen an einem der Läden hängen sah. Apple. IPad. Das musste ich sehen. Mindestens zwanzig dieser topmodernen Geräte luden zum Ausprobieren, Anfassen, Testen ein. Mehr oder weniger geduldig reihte ich mich in der Schlange ein und konnte schon nach wenigen Minuten selbst so ein iPhone in Übergröße in den Händen halten. Die erste Etage war nicht so sehr überlaufen. Ein MacBook war frei. Das Internet ebenfalls. Also schnell die Pause nutzen und emails checken. Apropos Internet. Das von uns gewählte Hotel bot ebenfalls W-Lan Nutzung an. Doch die Gebühren hierfür, schlappe 20 £ für 24 Stunden, waren definitiv to much. Die bessere Variante bzw. die günstigere ist ein Abstecher in die Regent Street, in der man diesen besagten Apple-Store findet. (und alles an Technik, was das Herz begehrt. :D)

Die letzte Station an diesem eh schon völlig überfüllten Tag war ein Besuch in Soho und Chinatown.
Im ersteren betraten wir einen als Bookstore getarnten Laden, der einen winzigen Hinweis darauf enthielt, was sich in der unteren Etage befand. "Are you over eighteen?" Die Frage hielt ich zunächst für einen dümmlichen Witz. Es dauert ja schließlich nicht mehr lange, dann bin ich bereits zweimal over eighteen. Doch der Nachsatz des Verkäufers "There you will see dirty things." war Einladung genug und so stiegen wir die kurze Treppe hinab. Aber ganz ehrlich: den Besuch war es nicht wert.

Das war Tag zwei.

Dienstag, 8. Juni 2010

London/1

So ein Trip in eine fremde Stadt ist ein Highlight. Ein Abenteuer. Und ein Ausflug in diese Stadt ein echtes Erlebnis. London. Die Stadt voller Gegensätze. Starbucks und Big Ben.

Angekommen in der Stadt, die niemals ruht, der erste Schock: Ich wusste von dem Linksverkehr. So wie jeder halbwegs gebildete Mitteleuropäer. Und doch ahnte ich nicht, welche weit reichende Konsequenzen der spiegelverkehrte Straßenverkehr hat. Look left/look right. An jeder Fussgängerampel war dieser deutliche Hinweis aufgezeichnet. Und für Leute mit Tendenz zur rechts/links-Schwäche kennzeichnen Pfeile die Richtung, auf die der Fussgänger sein Augenmerk legen sollte. Ich entschied mich für die Pfeile.

Und trotzdem. Sobald eine kleinere Querstraße den Hauptweg kreuzte, begann das Chaos im Kopf. In welche Richtung muss ich schauen? Wohin fährt das Auto, dass gerade in meine Richtung abbiegt? Kompliziert.

Die nächste Entdeckung: die Engländer sind ein ungemein höfliches, freundliches Volk. Vor jedem Satz fließt ein Sorry oder Excuse me ganz automatisch über ihre Lippen. Diszipliniert suchen das Ende einer jeden Schlange auf und stellen sich hinten an. Das war anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, aber diese Regel ist einfach zu befolgen. Völlig gegensätzlich dazu war wiederum die Tatsache, dass ausschließlich Touristen auf das Grün der Ampel warten. Stoisch und ohne ohne Hast überquerten Einheimische geflissentlich jede rote Ampel. Jederzeit. Sogar im dicksten Berufsverkehr.

London. Eine Stadt mitten in Europa und doch eine fremde Welt. Zumindest für Provinzler wie mich. Selbst Berlin als Großstadt und das Wälzen von Insider-Reiseführern kann nicht darauf vorbereiten, was einen hier erwartet. Nicht nur, dass der Verkehr in die falsche Richtung fließt,  sogar die Uhren ticken anders. Eine Stunde zusätzlich, die auch sogleich genutzt werden musste.

Im Hotel angekommen warteten wir zunächst eine halbe Stunde auf den Bezug unseres reservierten Zimmers. Die bange Frage, was uns dort wohl erwarte, löste sich bei Betreten in Luft aus. Ein schmaler Gang, ein Schrank, ein Tisch, ein Stuhl, zwei Betten, ein winziges Bad. Mehr war nicht nötig.

Der erste Tag: durch den Hyde-Park, mit einem Starbucks-Kaffee in Richtung Harrods, weiter nach Notting Hill zum berühmten blauen Haus, welches inzwischen schwarz gestrichen ist, anschließend zur berühmten Tower Bridge und spät am Abend völlig ko zurück ins Hotel.