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Sonntag, 30. Januar 2011

Kaffeeklatsch

Was geschieht, wenn sich fünf aufgeschlossene, halbwegs junge Damen an einem Sonntag zu einem Kaffee verabreden? - Richtig, es handelt sich keineswegs um eine routinehafte Gepflogenheit, da steckt mehr drin ähm dahinter. ;)

Pünktlich zur Eröffnung der reich gedeckten Kaffeetafel inklusive Selbstgebackenem trafen fast zeitgleich alle geladenen Gäste ein. Zudem wurde die Runde von einer reizenden 6-jährigen bereichert, welche uns später allerdings dazu verleitete, haarsträubende Phantasien an den Tag zu legen. Ja, so war es.

Die Tassen waren bald geleert, ein paar Krümel auf dem ansonsten aufgeräumten Kuchenteller zeugte davon, dass dieser Anklang bei den Gästen gefunden hatte; Zeit für die feierliche Übergabe. Inzwischen hatte sich noch ein weiterer Gast hinzu gesellt. Sämtliches für den Tag war besprochen, es gab keinen Grund mehr, die Bescherung weiter hinaus zu zögern. Diese Bescherung war eine feierliche Warenübergabe der Sachen, die eine Woche zuvor umsatzstark bei der Feenparty geordert worden waren.

Nachdem ich dann meine prall gefüllte, mehrfach zugetackerte Plastiktüte in Empfang genommen hatte, wollte ich mich eiligst verabschieden. Doch mein kläglicher Versuch, das Weite zu suchen, erntete einen allgemeinen Lachanfall und so setzte ich mich brav wieder hin und harrte ungeduldig aus.

Na gut, wenn wir den Aufbruch nun schon nach hinten schieben würden, wäre es zumindest ein guter Zeitpunkt, in die undurchsichtigen Plastiktüten der Anderen zu schauen. Keine der Anwesenden hatte jedoch berücksichtigt, dass ein aufgeweckter Dreikäsehoch den expliziten Zweck der Inhalte erfragen würde. Tat sie dann aber doch. Die Raupe Nimmersatt erwies sich laut mir vorliegendem Beweisfoto tatsächlich hervorragend als Klopapierhalter. Körperpuder und Knistergel waren augenscheinlich zu harmlos, um zu einem hartnäckigen Verhör zu führen. Interessant jedoch schienen die schon vormals erwähnten iFörmigen Kugeln, welche sogleich in großer Farbvielfalt zu Tage traten - um Verwechselungen vorzubeugen? - welche tatsächlich unter dem kritischen Blick der jungen Dame als Osterschmuck durch gingen. :D Also ab in die Kiste und pünktlich zum Fest an den Strauß gehangen! Ich möchte nur dran erinnern, dass das Zweckentfremden im ungünstigsten Fall Muskelkater nach sich ziehen könnte...

Auch die Schokolade im kleinen Cremedöschen war unkritisch. Im besten Fall zum Garnieren eintönigen Gebäcks hervorragend geeignet, lässt sich diese sogar auf der blanken Haut auftragen, falls der Backofen kalt bleiben sollte und somit nichts anderes zur Verfügung stünde.

Für sehr niedlich befunden wurde der kleine hellgrüne Gecko, der nach Einlegen der Batterien lustig brummte und die Nasenspitze kitzelte. Aber vermutlich ist ein Nintendo DS auf Dauer interessanter, als so ein kleiner Wicht, der nichts weiter drauf hat, als eben zu brummen.

Damit war die große Auspackaktion auch schon beendet. Weitere Exponate konnten aufgrund zu erwartender Erklärungsnot nicht präsentiert und diskutiert werden.

Das will ich an dieser Stelle fortsetzen und nicht den genauen Inhalt meiner Bestellung darlegen. Nur soviel: Mein treuer und ergebener Freund Flipper hat Konkurrenz bekommen. Wie ernst zu nehmen diese ist, lässt sich so genau noch nicht voraussagen. Fest jedoch steht: er ist ebenso schweigsam wie sein Vorgänger und verschont mich mit schwachsinnigem Gequatsche. Vielleicht freunden sie sich ja an.... ;)

Sonntag, 23. Januar 2011

Feenparty/2

Mein gestriger Beitrag befasste sich im Groben mit dem handverlesenen Inhalt eines Feenkoffers. Ein entzückendes Potpourri hochwertiger Produkte für eine vorwiegend weibliche Zielgruppe sorgte für Erheiterung und bot reichlich Gesprächsstoff. Das war allerdings nur die halbe Geschichte. Den Rest erzähl ich heute.

Zunächst einmal kann ich verkünden, dass das Gruppenziel erreicht wurde: die meisten der Gäste waren nach der Party zwar um etliche Euros ärmer, jedoch mindestens  im ideellen Sinne reichlich beschenkt. Ich möchte an dieser Stelle keine pikanten Einzelheiten der Party erörtern, würde es doch Nachahmerinnen um den Überraschungseffekt bringen. Aber ein paar Dinge werd ich dennoch verraten. So zum Beispiel, dass ein klassischer Weiberabend in kleiner, gemütlicher Runde Auslöser für diese tollkühne Idee war, genauer gesagt ein freimütiges Gespräch zum Sinn oder Unsinn diverser, marktüblicher Beischlafutensilien.

Die Tatsache, dass der Besuch im Erotikfachgeschäft noch immer leicht schmuddelig und irgendwie anrüchig scheint, bestärkte uns in diesem Vorhaben. Und die hohe Anzahl Anwesender(innen) unterstrich diese Vermutung außerdem. Doch ist der Besitz und die Be-nutzung solcher Requisiten weder illegal noch in irgendeiner Art verwerflich. Ganz im Gegenteil. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Flipper, Prinz (ja, der hats mir irgendwie angetan) oder ein Twist&Shaker sind zwar kein gleichwertiger Partnerersatz, aber ergänzend oder Lücken füllend, wenn der echte Prinz mal wieder beispiellos durch Abwesenheit glänzt. Die kleinen Brummer sind zudem äußerst pflegeleicht und umgänglich, denn weder müssen sie sich nach jedem Akt eine Bestätigung der Partnerin einholen, noch kann es zu Missstimmung kommen, weil er zu früh gekommen ist und das Vortäuschen glückseliger Höhenflüge dürften auch komplett entfallen, diese wären bestenfalls nämlich einfach nur lächerlich. Ups, der ideale Begleiter oder? Nein, nicht ganz. Sämtliche Bedürfnisse lassen sich durch eigenmächtiges Agieren ja nun nicht stillen. Aber beim Entdecken der eigenen Wünsche und Sehnsüchte sind die Jungs aus der Plastikbox unschätzbar wertvoll.

Weiteres Blabla erspare ich mir hier an dieser Stelle. Dafür gibts vermutlich unzählige gebundene Ratgeber und gute Freundinnen, die günstigerweise nicht auf den Mund gefallen sind und thematisieren, was doch irgendwie jeden was angeht, ohne dabei gleich schmutzig oder unübertrefflich ausfallend zu werden.

Die echte Fortsetzung dieser Begebenheit erfolgt pünktlich nach Eintreffen der Ware. Die nächste Party ist praktisch schon geplant. ;)

Samstag, 22. Januar 2011

Feenparty/1

Die heutige Geschichte eignet sich hervorragend für einen Blogeintrag, denn die gestrige Party war ein Erlebnis ganz besonderer Art und vermutlich ein einmaliges Ereignis bei fast sämtlichen der gestrigen Teilnehmerinnen.

Wir hatten uns ziemlich früh am Abend zusammen gefunden. Übermäßiges Styling, das war von vornherein klar, war nicht nötig. Zutritt hatte nämlich nur, wer eingeladen war und Männer gehörten in diesem Fall aus gutem Grund nicht zu dem erlesenen Kreis.

Ein Gläschen Sekt und eine frische Pizza verkürzten die Wartezeit auf den angekündigten Überraschungsgast. Lange ließ sie dann auch nicht auf sich warten. Bald klingelte es und neugierig betrachteten zehn gespannte Gesichter die Dame guten mittleren Alters, die mit großem Gepäck in der Wohnung der Gastgeberin eintraf.

Wer eine Schicki-Micki-Tussi mit edlem Täschchen erwartet hatte, wurde sogleich enttäuscht. Eher würde man bei ihr den Job einer gutmütigen Kindergarten-Erzieherin vermuten. Naja, gar nicht so abwegig. Was sie uns da präsentierte, waren im weitesten Sinne Spielzeuge und Utensilien für fröhliche Stunden allein oder zu zweit.

Sie nahm in unserer Runde Platz, stellte sich kurz vor und die Größe ihres schwarzen Koffers stimmte uns erwartungsfroh und ließ die Neugierde sogar noch etwas wachsen und um Vorfreude ergänzen.

Ihren Vortrag begann die aufgeschlossene Dame mit einer kurzen Anekdote, welche erklärte, wie sie zu ihrem Job mit wahrlich ungewöhnlicher Berufsbezeichnung kam. Auf die allerdings werde ich erst später näher eingehen.

Sie öffnete ihren großen schwarzen Koffer und zum Vorschein kam zunächst Rolf. Rolf, ein kleines schwarzes Schaf mit knubbeligen Füssen, welches bei leichtem Druck auf die Stirn des possierlichen Tierchens mit leisem Brummen seine Arbeit verrichtet. Sein Auftrag ist es, Wohlgefallen beim Massieren des Gegenübers auszulösen. Und prompt testeten wir es an der Sitznachbarin aus.

Es folgten etliche Produktvorstellungen. Jedes war für sich genommen einzigartig und sorgte für Heiterkeit und beherztes Ausprobieren. Da gab es beispielsweise den Feenstaub, der aufgrund seiner pflegenden und heilenden Inhaltsstoffe, mit dem Feenpinseln leicht auf die Haut aufgetragen, Rasurbrand lindert. Im Achselbereich natürlich. Wo auch sonst. Auch sehr nett war der Schaum, der herrlich knistert, wenn man ihn auf freiliegende Stellen des Körpers verteilt. Zudem verbreitet er einen angenehmen Duft, ersetzt aber - das muss ich jetzt noch mal betonen - nicht die körperliche Reinigungsaktion mit frischem Wasser.

Hochgepriesen ward auch ein Produkt, welches nach strategisch günstig platziertem Auftragen unbändige Lust und unstillbares Verlangen verursachen sollte. Es trug den klangvollen Beinamen "Viagra für die Frau" und eine erbsengroße Menge des Gels sollte genügen, ein wahres Freudenfest seliger Momente zu erleben. Glücklicherweise trat dieses Ergebnis nicht ein; mein Kopfkino hat akutes Bildrauschen, wenn ich mir vorstelle, wie der Abend ausgegangen wäre, nachdem fast sämtliche Teilnehmerinnen den Selbstversuch gestartet hatten... Positiv jedoch möchte ich an dieser Stelle hervorheben, dass diese rasperry-flavor haltige Intimlotion nicht ungenießbar sein soll (kein Selbstversuch!). Was genau das nun aber bedeutet, darf der Leser gern eigenständig nachvollziehen.

Für die moderne Hausfrau besonders interessant: Einige dieser vorgestellten Güter lassen sich wunderbar in  das eigene häusliche Umfeld integrieren. Nehmen wir beispielsweise die Raupe Nimmersatt. Ein anatomisch wohlgeformter Dildo in Standardgröße aus 100 % Silikon, welcher sich im Wasser ebenso pudelwohl fühlt wie in allen anderen erdenklichen Umgebungen. Dass sein Köpfchen tatsächlich ein Gesicht hat sei nur mal am Rande erwähnt, denn stören muss man sich daran nicht, kommt er doch hauptsächlich in Regionen zum Einsatz, die weder besonders hell noch beäugt sind. Aber erwähnenswert ist unbedingt die Tatsache, dass das sehr flexible Teil am unteren Ende eine großflächige Plattform bietet, die mit mässigem Druck auf bzw. an jeder glatten Oberfläche fixiert werden kann. Stelle man sich nur die vielzähligen Möglichkeiten vor, das kein bissel ekelerregende Insekt zu (be)nutzen. An diese Fliese im Bad gedrückt kann man ihn als sehr individuellen Klopapierhalter verwenden. Wer also nichts besseres damit anzufangen weiß...

Auch sehr schön waren die samtig-weichen Kugeln in Eiform, die mit einer hoffentlich sehr reißfesten Schnur verbunden waren. Nach ausführlicher Instruktion ausgeschmückt mit einer netten kleinen Geschichte war sofort klar, deren Einsatz ist unabdingbar, ja medizinisch gar indiziert. Welche Frau will den Ausstoß von Ausscheideflüssigkeiten nicht jederzeit und jederorts unter Kontrolle behalten. Und Muskelkater in solch expliziter Körperregion ist sicherlich eine Erfahrung wert. Sollte sich jedoch das Importieren oder andauernde Tragen als unangenehm oder gar lästig erweisen, sind diese Kugeln als zusätzlicher Osterstrauchschmuck aufgrund ihrer ovalen Form und der filigranen Verzierung in jedem Fall geeignet. Und selbst die von allen Gästen genüsslich vertilgten Körpermalfarben finden ein adäquates Einsatzgebiet in jeder Küche, zum Beispiel beim Verzieren von Speisen oder eben den leicht bekleideten Koch. Je nachdem.

Ein besonderes Highlight versprach eine brennende Kerze zu werden. Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass Kerzenwachs heiß und irgendwie brennend auf der Haut sein könnte, hielt ich opferbereit meinen ausgestreckten Arm hin, als hierfür eine Versuchsperson gesucht war. Mit einem winzigen Löffel wurde die Flüssigkeit aus der Kerze auf den Arm geträufelt.... und es passierte nichts. (merke: echten Kerzenwachs auf To-do-list). Es handelte sich um Massageöl, das erst nach Aufwärmen in den flüssiger Zustand wechselte. Nett aromatisiert und vollkommen ungefährlich.

Zu sehr fortgeschrittener Stunde breitete sich nun sämtlicher Inhalt des großen schwarzen Koffers auf dem Tisch aus. Ein buntes Wirrwarr aus batteriehaltigen Geräten, Nahrungsmitteln, Cremes, Lotionen und Badezusätzen buhlte um die Gunst der Gäste. So viele erquickliche Dinge pries die Dildo-Fee - nun kann ich es ja sagen - an diesem Abend an. Wofür sollte man sich entscheiden? Vielleicht für Rolf, das Massageschaf? Oder den außergewöhnlich formschönen, weißen Prinzen mit seinem großen Batteriefach und seinem  stufenlos verstellbaren Motor? Oder lieber den Mercedes respektive Audi respektive BMW unter den Vibratoren, weil er sämtliche Zielpunkte weiblicher Freudenjuchzer gleichzeitig erreichen und bedienen kann? Oder vielleicht besser die siamesischen Zwillinge Paul und Paulinchen, welche stets im Doppel auftreten und deren Spezialität mit "Twist & Shake" bereits hinreichend erklärt ist? Oder doch eher Geckolino, das winzig kleine Reptil mit markant ausgeprägter Kopfform in hellem grün und imposanten Motor?

~Fortsetzung folgt~