Ja, genau: Wie weiter?
Nun ja, es kommt darauf an. Es muss schon jemand ganz Besonderes sein, wenn man Zeit und Mühen, die dann allerdings wohl nicht als diese angesehen werden, aufbringt, um die Geschichte fortzusetzen. Man trifft sich erneut und eventuell kommen zu den berühmt-berüchtigten Schmetterlingen im Bauch noch ganz andere Empfindungen hinzu. Freude, Aufgeregtheit, vielleicht ein Hauch Anbetung. Ein bunter Strauß eindeutiger Emotionen, bei der jede für sich ganz harmlos scheinen, in der Summe jedoch zu einem Zustand gradueller Geisteskrankheit mutieren. Aber das ist ein anderes Thema.
Jeder Abschied fällt schwer. Wann ist das nächste Wiedersehen? Gibt es überhaupt ein Comeback? Oder findet er's viel zu umständlich? Schaut er sich in der Zwischenzeit gar nach einer Anderen um? Eine, die viel näher wohnt? Warum ist die Zeit, die zwischen den Treffen liegt so quälend lang, jedoch die Stunden/Tage der Zweisamkeit sind nach einem gefühlten Wimpernschlag vorbei? Fühlt er denn genauso??
Die Monate vergehen. Du lernst, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, die Distanz zu überbrücken, deinem Liebsten nah zu sein. Stundenlange Telefonate, Chats - wobei der videochat besonders dazu geeignet scheint, Nähe herzustellen, Fotos in Onlinealben, welche die gemeinsamen Treffen dokumentieren. Er ist morgens der erste Gedanke und abends nimmst du ihn mit in deine Träume. Vielleicht mit dem T-Shirt, welches er dir beim letzten Treffen da gelassen hat, dessen Geruch du so sehr liebst...
Die sich heimlich in den Kopf geschlichene Eifersucht sinkt auf ein maßvolles Niveau, doch die Sehnsucht wächst mit jedem Tag, den du darauf wartest, ihn endlich wieder zu sehen. Es lohnt sich!! Jede Begegnung bestätigt dir imposant und eindrucksvoll, dass das tagelange sich-nach-ihm-Verzehren echt und völlig begründet ist. Du machst dich auf den Weg zu ihm, riskierst wie jedes Mal erneut eine freundliche Zahlungsaufforderung für den staatlichen Beweis, dass du wieder mal extra zügig auf der Autobahn unterwegs warst. Die Vorfreude lässt sich längst nicht mehr steigern und was folgt ist jedes Mal ein hochexplosives Feuerwerk konkurrenzloser Momente. Komprimiert auf eine wahrlich kurze Zeit wird jeder noch so winzige Augenblick genutzt. Entgegen solcher Partnerschaften, in denen räumliche Nähe selbstverständlich ist, hat der Alltag bei Fernbeziehungen keine Chance, frühzeitig einzuziehen.
Eine Hommage an die Fernbeziehung an sich? Warum in der Nähe suchen, wenn das Gute doch offensichtlich so fern liegt? Möglicherweise ist das eine ganz einmalige Erfahrung, nicht wiederholbar und logischerweise niemals ersetzbar. Doch diese Erfahrung will ich nie missen....
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Sonntag, 6. Februar 2011
Samstag, 5. Februar 2011
Fernbeziehung/1
Man soll ja, so hab ich's mal gelesen, über Dinge schreiben, die man selbst gut kennt. Eigene Erfahrungen geben dem zu verfassenden Text erst den letzten Schliff und das entscheidende Quentchen Authentizität.
Und das folgende Thema ist momentan so omnipräsent, dass ich gar nicht umhin komme, mich wieder mal damit zu beschäftigen. Fernbeziehungen. Das kann nicht funktionieren oder? Verbindungen auf Distanz sind augenscheinlich ein Oxymoron. Widersinnig also. Liebe braucht Nähe. Zuneigung und Füreinander-Dasein. Fortwährend und immerzu!
Wirklich? Ist es tatsächlich so? Bestimmt sich aus diesen Kriterien der Charakter einer gut funktionierenden Beziehung?
Tief in der Gedankenkiste gekramt, hole ich geschwind meine eigenen Erinnerungen zurück: Dank des weltweiten Netzes ist es nicht ungewöhnlich, Leute kennen zu lernen, die nicht Tür an Tür mit einem selbst wohnen. Das www kennt keine Distanzen und wenn doch, überbrückt es sie geschickt mit Hilfe von Glasfaserkabel und Co. Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass der ernst dreinschauende Typ auf dem schwarz/weiß Foto eines Onlineprofils, der sogleich dein Interesse weckt, genau am anderen Zipfel des Landes lebt. Aber ein bissel Small-Talk schadet ja nichts, kann sich im schlimmsten Fall als reine Zeitverschwendung erweisen. Und wenn nicht? Wenn es doch passiert, dass du auf Nachrichten eben diesen Typs wartest und dich auf virtuelle Annäherungsversuche einlässt, ihm schließlich deine Nummer gibts in der freudigen Erwartung, endlich mal die Stimme zu dem Bild auf dem Bildschirm und im Kopf zu hören und so langsam aber unaufhaltsam das reale und wirkliche Interesse wächst, ihn doch mal endlich kennen zu lernen. Na dann. Los. Tu es.
Möglicherweise erweisen sich die zwei- oder fünfhundert Kilometer als absoluter Reinfall. Bäh, whats that? Aus Höflichkeit oder allein aus der Tatsache, dass du ja die unzähligen Kilometer auch wieder zurück fahren musst, dringend eine Pause brauchst, verbringst du etwas Zeit mit ihm und dann wars das auch schon. Aber eben so möglich ist, dass dich dein vorheriges Gefühl nicht betrogen hat und du stehst dem umwerfendsten Mann gegenüber, der dir je begegnet ist. Weißt vom ersten Augenblick an: ja, der oder keiner!! Und genau so sicher bist du machtlos, dagegen anzukämpfen. Keine Chance, dem zu entrinnen. Schon vom allerersten Moment an fühlst du dich ihm verbunden; völlig fremd und doch bereits total vertraut. Die Frage nach dem Wiedersehen musst du gar nicht stellen. Schon während du dich auf dem Weg in deine Heimat befindest, bleibt er präsent, schickt dir Nachrichten, telefoniert mit dir....
Und wie geht es weiter?
-Fortsetzung folgt-
Und das folgende Thema ist momentan so omnipräsent, dass ich gar nicht umhin komme, mich wieder mal damit zu beschäftigen. Fernbeziehungen. Das kann nicht funktionieren oder? Verbindungen auf Distanz sind augenscheinlich ein Oxymoron. Widersinnig also. Liebe braucht Nähe. Zuneigung und Füreinander-Dasein. Fortwährend und immerzu!
Wirklich? Ist es tatsächlich so? Bestimmt sich aus diesen Kriterien der Charakter einer gut funktionierenden Beziehung?
Tief in der Gedankenkiste gekramt, hole ich geschwind meine eigenen Erinnerungen zurück: Dank des weltweiten Netzes ist es nicht ungewöhnlich, Leute kennen zu lernen, die nicht Tür an Tür mit einem selbst wohnen. Das www kennt keine Distanzen und wenn doch, überbrückt es sie geschickt mit Hilfe von Glasfaserkabel und Co. Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass der ernst dreinschauende Typ auf dem schwarz/weiß Foto eines Onlineprofils, der sogleich dein Interesse weckt, genau am anderen Zipfel des Landes lebt. Aber ein bissel Small-Talk schadet ja nichts, kann sich im schlimmsten Fall als reine Zeitverschwendung erweisen. Und wenn nicht? Wenn es doch passiert, dass du auf Nachrichten eben diesen Typs wartest und dich auf virtuelle Annäherungsversuche einlässt, ihm schließlich deine Nummer gibts in der freudigen Erwartung, endlich mal die Stimme zu dem Bild auf dem Bildschirm und im Kopf zu hören und so langsam aber unaufhaltsam das reale und wirkliche Interesse wächst, ihn doch mal endlich kennen zu lernen. Na dann. Los. Tu es.
Möglicherweise erweisen sich die zwei- oder fünfhundert Kilometer als absoluter Reinfall. Bäh, whats that? Aus Höflichkeit oder allein aus der Tatsache, dass du ja die unzähligen Kilometer auch wieder zurück fahren musst, dringend eine Pause brauchst, verbringst du etwas Zeit mit ihm und dann wars das auch schon. Aber eben so möglich ist, dass dich dein vorheriges Gefühl nicht betrogen hat und du stehst dem umwerfendsten Mann gegenüber, der dir je begegnet ist. Weißt vom ersten Augenblick an: ja, der oder keiner!! Und genau so sicher bist du machtlos, dagegen anzukämpfen. Keine Chance, dem zu entrinnen. Schon vom allerersten Moment an fühlst du dich ihm verbunden; völlig fremd und doch bereits total vertraut. Die Frage nach dem Wiedersehen musst du gar nicht stellen. Schon während du dich auf dem Weg in deine Heimat befindest, bleibt er präsent, schickt dir Nachrichten, telefoniert mit dir....
Und wie geht es weiter?
-Fortsetzung folgt-
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