Nicht ganz freiwillig bin ich selbst Teil dieser neumodischen Erscheinung. Die Rede ist von friends with benefits. Klingt ziemlich modern. Ist aber... dazu später mehr.
Und zwar geht das folgendermaßen: Man nehme einen guten oder auch weniger gut Bekannten, verstehe sich ganz gut miteinander und teile sporadisch Tisch, aber hauptsächlich Bett um sich anschließend unverrichteter Dinge wieder dem normalen Tagesgeschehen zuzuwenden. Ganz einfach eigentlich. Und vor allem praktisch. Denn die klassischen, aber bisweilen auch lästig-anstrengenden Komponenten wie füreinander da zu sein, die schönen wie auch weniger schönen Momente miteinander zu teilen, sich auf den anderen einzulassen, entfallen komplett. Übrig bleibt eine unverbindliche Liaison, ohne Verpflichtungen und ohne Versprechen. Gar ohne Gefühle und dergleichen.
Aber ohne dem gibt es auch keine freudig-erregte Aufregung vor dem nächsten (geplanten) Wiedersehen, keine tiefgründigen Gespräche, da gemeinsame Erlebnisse und Empfindungen tabu sind, kein gegenseitiges Vermissen, kein Ich-hab-dich-lieb-Geplänkel und auch keine Tränen, wenn es (was??) dann doch eines Tages vorbei sein sollte. Es ist ja nur ein oberflächliches Miteinander, welches jegliche Gemütsregungen untersagt, ja regelrecht völlig unterbindet.
Nach einschlägiger Erfahrung kann ich nur sagen, ich find es zum Kotzen. Nein: es widert mich an.
Dann schon eher so: Ich will zwar das Eine, aber lieber mit dem anderen dazu!
